Eine gemeinsame Vision
Eine gemeinsame Vision
Mein Name ist Michael, ich bin am 4.12.1966 in Pforzheim geboren. In einem kleinen Ort im Enzkreis, Baden-Württemberg wuchs ich mit 2 jüngeren Schwestern behütet auf. Mit 11 Jahren besuchte ich die Hauptschule und begann anschließend eine Lehre als Bäcker im Nachbarsdorf. Mit 17 Jahren fand ich zum persönlichen Glauben an Jesus Christus, mit 19 Jahren schloss ich mich der Freien Gemeinde Pforzheim an. Meinen Beruf als Bäcker musste ich 1993 aufgrund einer Mehlstauballergie leider beenden. Ohne beruflichen Halt rutschte ich die Sozialleiter rasch hinab. Ziellosigkeit, verstärkter Alkoholkonsum, Kokain und Marihuana prägten meinen Tageslablauf. In dieser Zeit versuchte die Freie evangelische Gemeinde in Pforzheim mir Korrektur und Halt zu geben, was ich jedoch nicht annahm.
Im Frühjahr 1995 lernte ich eine Gruppe junger Christen kennen und zog wenige Tag später ins Missionshaus in Lüdenscheid ein. Dort erlebte ich Heilung, bekam wieder Sinn und Zielsetzungen in meinem Leben. Später arbeitete ich dort als vollzeitlicher Mitarbeiter im Obdachlosen Cafe 34, in dieser Zeit wuchs der Gedanke einer Vorsorgearbeit immer stärker in mir heran. Es entwickelte sich gegen Ende 1997 ein konkreter Wunsch. Ich überlegte, ob es besser wäre, ein Praktikum in einer Drogentherapie zu machen oder eine Bibelschule zu besuchen. Doch mein Herz für die Randgruppenarbeit blieb beständig. Am gleichen Tag, an dem ich mich für die Bibelschule anmeldete, bekam ich auch eine Halbtagsstelle in der Drogentherapie von Weg zur Freiheit (WzF).
Neben der theologischen Zurüstung konnte ich in meiner Berufung leben. Durch die therapeutische Arbeit bei WzF konnte ich viel lernen und meinen Horizont erweitern, da ich bisher mit stationärer Drogenarbeit noch keinerlei Erfahrung hatte. Ich durfte erkennen, auf was Menschen mit den verschiedensten Suchtproblemen vorbereitet werden müssen, um sie gezielt von einer Vorsorge in eine für sie zugeschnittene Therapie zu vermitteln. Im ersten Jahr der Bibelschule lernte ich meine zukünftige Frau Tabea kennen. Die sich nun selbst vorstellen möchte.
Tabea Tippner
Ich bin am 14.11.1977 in Forst/Lausitz geboren. Ich wuchs in einer christlichen Kleinfamilie auf einen Dorf in der Nähe von Weißwasser auf. Mit 16 Jahren beendete ich die Realschule und absolvierte ein sozialpflegerisches Jahr. Im August 1998 beendete ich in Niesky meine Ausbildung zur Krankenschwester. Anschließend arbeitete ich 3 Jahre in einem Krankenhaus in Tübingen.
In meinen Leben wurde ich früh mit Leid und Nöten von Menschen konfrontiert .Zum einen durch den Beruf meiner Mutter (Gemeindeschwester), die mich in vieles mit einbezog. Zum anderen durch meinen eigenen Beruf, in dem Menschen stückweit körperlich, seelisch und geistig in ihrer Krankheit begleitet werden. In der Zeit der Bibelschule arbeitete ich bei der Straßenarbeit mit unter anderem im Rotlichtmilieu. Dabei bekam ich Kontakt zu vielen drogenabhängigen bzw. alkoholabhängigen Menschen. Darüber hinaus lernte ich die Therapieeinrichtung „Weg zur Freiheit“ kennen.
Während des ersten Bibelschuljahres wurde Tabea durch die Straßenarbeit im Rotlichtviertel mit der Randgruppenarbeit konfrontiert. In der zweiten Hälfte des ersten Bibelschuljahres wollten Tabea und ich uns besser kennen lernen. Mit Absprache unserer geistlichen Leiter machten wir nun zusammen öfter Sonntagsdienst bei WzF. Tabea hatte nach wie vor den Gedanken, nach China zu gehen. Im zweiten Bibelschuljahr nahmen wir aus Gehorsam zu Gott an einen Missionseinsatz nach China teil. In diesem Missionseinsatz wurde uns beiden klar, dass unsere gemeinsame Zukunft in der Randgruppenarbeit in Deutschland ist.
Eine gemeinsame Vision war entstanden. . 
Durch häufige Besuche bei den Eltern meiner Frau in der ehemaligen DDR wurden wir mit der dortigen Drogenproblematik konfrontiert. Unser Herz begann, für die Region Lausitz zu schlagen. Immer stärker kristallisierte sich der Wunsch heraus, dort ein Vorsorgehaus entstehen zu lassen. Seit Juni 2002 haben wir uns gezielt nach Immobilien umgesehen und angefangen, unsere Ziele konkret zu formulieren und sie im Gebet vor Gott zu bringen.
In der Arbeit mit Abhängigen braucht man nach meiner Meinung sehr viel Geduld, Liebe und Zeit. Es lohnt sich jedoch, in diese Menschen zu investieren, damit sie neue Wegweisung und Heilung in ihrem Leben erfahren. Die Not der Menschen, ihre Hoffnungslosigkeit aber auch ihr Kampf um das Überleben berührten mich sehr. Von ganzem Herzen ist mir ein Anliegen, ihnen mit Gottes Hilfe in Wort und Tat ganz praktisch zur Seite zu stehen.
Tabea Tippner
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